Welches ist der richtige Index für meinen ETF?

Ein ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index abbildet. Dies wird im einfachsten Fall dadurch erreicht, dass die in dem Index enthaltenen Aktien nach deren Gewichtung im Index gekauft werden. Bevor man also mit dem ETF sparen anfangen kann, muss man sich erst die Frage beantworten, welchen Index abgebildet werden soll.

Im deutschen Sprachraum wird hier meistens als Beispiel für eine Index der DAX erwähnt. Dieser ist für den normalen passiven ETF Investor meiner Meinung nicht wirklich geeignet, denn die Diversifikation durch die enthaltenen Werte lässt im DAX zu wünschen übrig. Z.B. sind nur deutsche Werte vorhanden und der Automobilsektor ist stark übergewichtet während die Finanzbranche und Technologie Firmen vor allem aus der IT sehr wenig vertreten sind. Doch welcher Index eignen sich besser?

Ein Index für Jedermann/Jedefrau

In diesem Artikel möchte ich die meiner Meinung wichtigsten Indizes vorstellen die sich perfekt dazu eignen passiv, weltweit gestreut in Aktien zu investieren. Mithilfe der in diesem Artikel erwähnten Indexe ist dies mit maximal 2 ETFs möglich. Wichtig bei der Auswahl eines Index für den passiven Investor ist es, einen möglichst großen Teil aller Aktien der Welt abzubilden und keine unbeabsichtigtes Über- bzw. Untergewichtung bestimmter Regionen und Sektoren zu haben.

Was ist eigentlich ein Aktienindex?

Ein Aktienindex repräsentiert die Entwicklung eines durch bestimmte Kriterien definierten Aktienkorbes. Er hat einen Startwert zu einem gewissen Datum und folgt der gebündelten Preisentwicklung dieses Aktienkorbes. Z.B. Enthält der DAX große Aktienunternehmen aus Deutschland (Large Cap) und diese sind anhand der Marktkapitalisierung gewichtet. Der MDAX enthält mittelgroße Firmen (Mid Caps) und der SDAX dann die kleinen Unternehmen (Small Caps) jeweils gewichtet nach der Marktkapitalisierung.

Außer anhand der Unternehmensgröße können Indexes auch bestimmte Sektoren oder anderen Kriterien abbilden. Wie zum Beispiel der TecDAX die Technologie Firmen, oder der DivDAX die Dividendenstarken Aktien.

Unter Marktkapitalisierung kann man sich grob gesagt den Wert eines Unternehmens vorstellen. Also hat eine Firma mit einem Wert von 1.000.000.000€ einen doppelt so großen Einfluss auf die Wertentwicklung des Index wie ein Unternehmen das 500.000.000€ Wert ist. Es gibt auch andere Kriterien zur Gewichtung der Aktien, aber meistens ist es die Marktkapitalisierung.

Eine weitere wichtige Eigenschaft eines Index ist es ob er ein Kursindex oder ein Performanceindex. Ein Kursindex repräsentiert die Kursentwicklung der enthaltenen Aktien. Wohingegen ein Performanceindex auch die Dividendenzahlungen beziehungsweise die Reinvestition dieser berücksichtigt.

Was bedeutet dies? Stellen wir uns vor, dass alle Firmen eines Index am gleichen Tag 2% des jeweiligen Unternehmenswertes als Dividenden ausschütten. Dann würde der Kursindex an diesem Tag mit -2% starten der Performanceindex wäre aber bei +/- 0%. Als Beispiele ist der DAX ist ein Performanceindex und der EuroSTOXX wird normalerweise als Kursindex dargestellt. Es werden meistens aber beide Varianten für einen Index berechnet.

Die Indexfamilie von MSCI

Der Finanzdienstleister MSCI aus den USA erstellt unzählige Indexe. Darunter sind die wohl bekanntesten Indexe die man für ein weltweit gestreutes Aktien Portfolio benötigt. Da ein Index ständig aktualisiert und neu gewichtet wird, sind die hier gemachten Angeben nicht für immer gültig, können aber als Richtwerte hergezogen werden. Diese ständige aktualisieren eines Index kommt daher, da sich die Kriterien anhand derer dieser zusammengestellt wird jederzeit ändern können. Z.B. kann sich die Marktkapitalisierung von Firmen so stark ändern, dass diese anders gewichtet oder sogar aus dem Index herausgenommen werden.

MSCI ACWI IMI mit ca. 8.800 AKTIEN

Dieser Index enthält wirklich alle weltweit relevanten Aktien. Das wird auch aus dem Namen klar, denn ACWI steht für ‚All Country World Index‘ (Frei übersetzt: Alle Länder der Welt) und IMI steht für ‚Investable Market Index‘ (Frei übersetzt: Investierbarer Markt). Dies bedeutet laut MSCI, dass alle Large-, Mid- und Small Caps aus 49 Ländern enthalten sind. Die 49 Länder unterteilen sich in 23 Industrieländer (z.B. USA, Japan und Deutschland usw.) und 26 Schwellenländern (z.B. China, Indien und Russland usw.).

Mit diesem Index kann man eigentlich nichts falsch machen. Egal wo auf der Welt in egal welchem Bereich die Post abgeht mit diesem Index bist du dabei. Als Nachteil sehe ich hier nur, dass es nicht so viele Anbieter gibt, die einen ETF für diesen Index anbieten und daher ist die Auswahl sehr bescheiden und die ETFs sind verhältnismäßig teuer. Das ändert sich aber sicher in den nächsten Jahren, da der ETF Markt boomt und es immer mehr Anbieter und ETFs gibt.

MSCI ACWI mit ca. 2.700 Aktien

Hierbei handelt es sich um den ‚kleinen Bruder‘ des oben genannten MSCI ACWI IMI. Dieser Index verzichtet auf die kleinen Aktienunternehmen. Die enthaltenen Länder sind aber die gleichen. Für diesen Index gibt es mehr Auswahl an ETFs die auch günstiger sind. Gute Small Caps werde ohnehin früher oder später zu Mid oder Large Caps und dann ist man hier auch mit beteiligt. Er enthält zwar viel weniger Aktien als der IMI, aber da die kleinen Aktien eine verhältnismäßig geringe Marktkapitalisierung und dadurch geringes Gewicht im Index haben, ist die Entwicklung sehr ähnlich wie beim MSCI ACWI IMI.

MSCI World mit ca. 1.650 Aktien

Der MSCI World ist der beliebteste Index für ETFs. Zumindest gibt es hier die größte Auswahl an verschiedenen ETFs. Der MSCI World konzentriert sich ‚nur‘ auf die Large- und Mid Caps der 23 Industrieländer. Die Unternehmen der USA machen über 50% des Index aus vor allem getrieben von den Megakonzernen wie Apple, Microsoft und Google. Dieser Index kann meines Erachtens auch gut alleine bauspart werden, macht sich aber besser in Kombination mit dem MSCI Emerging Markets dazu später mehr.

MSCI World SRI mit ca. 400 Aktien

Ich möchte den Index mit dem Namen MSCI World SRI nicht vergessen. Dieser investiert in die gleichen Unternehmen wie der MSCI World, nur dass vorher noch einige Unternehmen herausgefiltert werden. IMI steht für ‚Socially Responsibility Investment‘ (Frei übersetzt: Sozial verantwortliches Investment). Hier werden neben dem Ausschluss bestimmter kritischer Bereichen mehr oder weniger die Unternehmen nach deren sozialem und umwelttechnischem Verhalten sortiert und aus jedem Sektor nur die ‚Besten‘ genommen.

Dies bedeutet, dass hier zwar z.B. auch in Automobilwerte investiert wird,  aber nur in die, die sich nach MSCI am nachhaltigsten verhalten. Wer nicht einfach in jedes Unternehmen blind investieren will sollte sich genauer mit dem IMI Zusatz befassen und für sich entscheiden, ob dies seinen eigenen moralischen Vorstellungen entspricht bzw. nahe kommt. Die Performance der SRIs war in den letzten Jahren auch nicht merklich besser oder schlechter als des ungefilterten Index.

MSCI Emerging Markets (SRI) mit ca 1.200 (200) Aktien

Dieser Index enthält die großen und mittleren Aktien der 26 Schwellenländer, die im MSCI World fehlen. Ich würde diese nicht alleine Besparen, denn dies wäre eine Wette auf die Schwellenländer, die man auch gut verlieren kann. Am besten mit einem MSCI World ETF zusammen in einem selbst definierten Verhältnis besparen. Auch hier gibt es eine SRI Version die Anzahl der Unternehmen wird durch das Filtern aber sehr stark reduziert.

Gängig sind ein Verhältnis von 70% MSCI World zu 30% in MSCI Emerging Markte oder 75% zu 25%. Dabei wird bewusst der Emerging Market Teil übergewichtet. Der MSCI ACWI hat ungefähr eine Gewichtung vom 90 % zu 10 %. Was man beim selbst zusammenstellen und Gewichten für Vorteile hat und auf was man achten sollte ist genug für einen eigenen Beitrag und wird hier nicht weiter vertieft.

Anmerkung:
Den MSCI World und den MSCI Emerging Market gibt es jeweils auch in einer Small Cap Variante. Wenn man darauf besteht, dass auch kleine Unternehmen im Portfolio enthalten sind kann man auch jeweils einen ETF auf diese Indexes beimischen. Da ich es aber gerne einfach halte, stelle ich hier bewusst nur diese Variante vor.

Die Indexfamilie von FTSE

Eine weitere interessante Indexfamilie ist die von FTSE. Hier gibt es aber den Nachteil, dass es aktuell nur einen ETF Anbieter gibt der diese abbildet. Da diese ETFs aber vom Aufbau und den Kosten sehr interessant will ich die entsprechenden Indexes hier erwähnen.

Zu beachten ist, dass FTSE die Industrie und Schwellenländer etwas anders definiert als MSCI. Daher sollte man es vermeiden die beiden Indexfamilien zu kombinieren, da dadurch ‚Löcher‘ und unbeabsichtigtes Übergewicht entstehen kann. Z.B. ist Südkorea für MSCI ein Schwellenland und für FTSE ein Industrieland.

Ein weiterer Unterschied sind die Grenzwerte für die ein Unternehmen als Large-, Mid- oder Small Cap zählt. FTSE setzt die Werte ‚geringer‘ an, was dazu führt dass mehr Unternehmen als Large- und Mid Cap zählen als bei MSCI.

Der FTSE All World enthält alle Large und Mid-Caps aus 47 Industrie und Schwellenländer. Dies entsprich ca. 3.900 Aktien.

Der FTSE Developed der Industrieländer Index mit ca. 2.150 enthaltenen Aktien

Zu guter letzt der FTSE Emerging Market mit 1.750 Aktien.

Fazit

Mit einem ETF auf die Indexe MSCI ACWI IMI, MSCI ACWI oder FTSE All World kann man eigentlich nichts falsch machen, da man mit diesen schon sehr gut diversifiziert ist. Natürlich ist es auch ausreichend einen ETF auf die zwei Indexe MSCI World und FTSE Developed zu besparen da früher oder später jedes erfolgreiches Land und deren Unternehmen in einem dieser Indexe landet. Dennoch rate ich dazu ein bisschen Schwellenländer in Form eines ETFs auf den MSCI EM oder FTSE EM dazu zunehmen.

Keine Anlageberatung

Meine Texte stellen keine Anlageberatung dar. Ich schreibe hier nur über meine eigenen Ideen, Gedanken und Erfahrungen als Privatanleger. Ich möchte mit meinen Artikeln Denkanstöße liefern, damit sich jeder selbst mit der Thematik auseinandersetzt. Ich bemühe mich darum, dass ich die Fakten und Daten in meinen Artikeln bestmöglich zusammenstelle und die Quellen aufliste. Dennoch können die Informationen ganz oder teilweise falsch sein. Die meisten meiner Berechnungen basieren auf den Zahlen und Erfahrungen der Vergangenheit und repräsentieren keine zukünftigen Entwicklungen. Bitte Informieren Sie sich bestmöglich bezüglich Ihrer Investmententscheidung. Ich übernehme keinerlei Haftung für Ihre Anlageentscheidungen.

Kommentarregeln

Ich freue mich über jedes Kommentar und ich schätze jede konstruktive Bemerkung. Bitte weißt mich auf Fehler (Rechtschreibung / Rechenfehler / Denkfehler) konstruktiv hin. Ergänzungen zu den Artikeln sind gern gesehen. Ich halte mir vor, u. a. beleidigende, unsachliche und Werbe- Kommentare zu löschen.

So wirst du mit nur 100€ je Monat zum Millionär

Kann ich wirklich mit nur 100€ im Monat zum Millionär werden? Ich werde in diesem Beitrag zeigen, dass dies rein rechnerisch in einem Menschenleben möglich ist. Natürlich hat das ganze einen Harken und zwar der Zeitraum indem dies erreicht werden kann. Dennoch ist es interessant zu sehen, was man alles mit einer Sparrate von nur 100€ im Monat erreichen kann und wie mächtig der Zinseszinseffekt ist. Dabei wird auch klar warum es wichtig ist, dass man früh mit dem Sparen anfängt, auch wenn es nur kleine Beträge sind.

Der lange Weg zur Million

Nehmen wir mal an, dass ich einfach jeden Monat die 100€ auf mein Konto packe, dann hätte ich nach einem Jahr 1.200€. Nach 10 Jahren wäre ich 5 Stellig und hätte 12.000€ und nach 100 Jahren 120.000€… Mit dieser Herangehensweise müsste ich 833 Jahre sparen um endlich Millionär zu sein. Dass nach dieser langen Zeit bei einer Inflationsrate von 2% die Million nichts mehr Wert ist, wird jedem klar sein. Also deinen Nachkommen wird das Geld nicht wirklich viel nutzen.

Doch was passiert, wenn ich die 100€ Monatlich in einen weltweit gestreuten Aktien ETF stecke? Um das zu untersuchen habe ich mir einen eigenen ETF gebastelt. Die jährliche Kosten dieses ETFs also die TER betragen 0,2%. Um diesen bei meiner Depotbank im Sparplan zu kaufen, muss ich 1,5% Gebühren zahlen. Da wir von einem langen Anlange ausgehen, wird der ETF im Schnitt pro Jahr um 4,5% wachsen und 2% des investierten Kapitals schüttet der ETF jährlich als Dividende aus. In Summe bringt der ETF also 6,5% pro Jahr.

Die Dividenden werden mit 28% (Kapitalertragssteuer + Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer + Rundungsaufschlag) versteuert und wieder reinvestiert. Einen Freibetrag gibt es nicht in dieser Bösen Welt. Gerechnet habe ich auf Jahresbasis, sprich immer am Ende des Jahres werden 1.200€ investiert und im nächsten Jahr wird dies dann verzinst. Die angenommenen Wachstumswerte sind real und nicht als um die Inflation bereinigt anzusehen. Im folgendem Artikel habe ich gezeigt, dass diese Wachstumsraten in der Vergangenheit durchaus realistisch sind.

Nach 10 Jahren

Machen wir einen Zeitsprung und betrachten das Ende des 10. Jahres, der Sparer ist gerade dabei, das 10. Mal 1.200€ in den ETF einzuzahlen. Bisher hat er somit 10.800€ angelegt. Das Depot hat einen Wert von ca. 13.500€ und die erwartete Dividendenausschüttung liegt in diesem Jahr bei ca. 268€. Also hat nach 10 Jahren der ETF Sparer schon einen Vorteil von 25%.

Die ersten 10 Jahre des Sparens

Nach 30 Jahren

In dem Zeitraum vom 11. bis zum 30. Jahr wird der Zinseszins Effekt immer mehr merkbar. Nach dem 30. Jahr hat der Sparer 34.800€ eingezahlt. Das Depot ist aber schon bei 83.000€ und die erwartete Dividendenausschüttung in diesem Jahr liegt bei 1660 €. Also beträgt der Vorsprung schon fast 140%. In folgendem Artikel habe ich 3 Zeiträume nach den realen Renditen in bei einer Anlagedauer von 30 Jahre untersucht. Die hier berechneten 83.000€ wurden dabei immer überboten. Auch in dem Beispiel in dem die Finanzkriese nach 29 Jahren ausbrach. Also ist diese Berechnung sehr realistisch.

Wertentwicklung des Depots in den Jahren 10 bis 30

30 Jahre hört sich wahrscheinlich für den ein oder anderen etwas lange an. Das bedeutet aber, dass ein 35 Jähriger noch die Möglichkeit hat, seine Rente um 83.000€ aufzustocken und dies ‚nur‘ mit 100€ im Monat. Ist doch schön oder? Diese Werte sind vor Steuer auf die Kursgewinne.

Endlich Millionär

In 72 Jahren zur Million

Millionär ist man dann nach 72 Jahren, in diesem Jahr belaufen sich alleine die Dividenden auf über 20.000€. Das ist fast ¼ des investierten Geldes, was nach 72 Jahren ca. 85.000€ sind. Je länger der Zeitraum um so stärker wächst das Depot- Zinseszins. Für den ein oder anderen ist es vielleicht erstrebenswert, als Millionär in Rente zu gehen. Ich denke aber, für die Meisten ist es nur erstrebenswert als Rentner nicht sozial abzusteigen. Nach 40 Jahren sparen hat man seine Rente immerhin um ca. 160.000€ (vor Inflation und steuern) aufgebessert. Das ist für jeden machbar.

Woher kommt denn die Million?

Zusammensetzung des Depots in 72 Jahren

Wie kann das denn sein, dass man nach 72 Jahre 1.000.000€ besitzt, dafür aber nur ca. 85.000€ gespart hat? Das gesamte Kapital setzt sich aus dem Sparbetrag, der Reinvestition der Ausschüttungen (Dividenden) und den Kursgewinnen zusammen. Nach 72 Jahre hast man neben dem Sparbetrag noch ca. 360.000€ an Dividenden (Netto ca. 260.000€) und Kursgewinne von ca. 760.000€ (ebenfalls vor Steuern) verdient.

Die böse Inflation

Es ist ja jedem bekannt, dass Geld mit der Zeit weniger Wert wird. Dabei handelt es sich um den bösen Bruder des Zinseszins und zwar der Inflation. Dadurch wird man in 72 Jahren wenn man endlich die Million hat, nicht so viel kaufen können wie heute. Das Ziel der EU ist es eine Inflation von 2% dauerhaft zu gewährleisten. In den letzten 10 Jahren waren wir aber meistens darunter. Wie lange dauert es denn, um die Inflationsbereinigte 1.000.000€ zu bekommen?

Nehmen wir an, dass wir konstant die 2% Inflation halten können und dass die anderen Werte so bleiben wie im Beispiel davor. Dann müsste man 85 Jahre sparen um sein Ziel zu erreichen. Wieviel man dann noch davon hat, ist eine andere Frage, zumindest für die Enkel ist dann gut ausgesorgt.

Inflationsbereinigte Depotentwicklung

Fazit

Man kann es nicht häufig genug sagen, wenn es um den Vermögensaufbau geht ist die Anlagedauer das wirklich entscheidende. Es ist wichtig möglichst früh mit kleinen Beträgen anzufangen. Zu Beginn wird man die Vorteile nicht wirklich bemerken. Es dauert erst einmal 10 bis 15 Jahre bis das ganze ins rollen kommt. Dann aber verselbstständigt sich der Vermögensaufbau und die eigenen monatlichen Beiträge fallen kaum noch ins Gewicht.

Es ist nicht Wichtig mit welchen Beträgen investiert wird, selbst kleine Sparraten führen nach einer gewissen Zeit zum Erfolg. Es ist auch gut mit kleinen Beträgen anzufangen, damit man sich langsam an die volatile Börse gewöhnt. Hier in den Diagrammen mit dem gleichmäßigen Wachstum sieht das ja alles schön und gut aus in der Realität wird das aber anders sein. Siehe dieser Beitrag.

Für mich ist die Anlageform mit Hilfe von ETFs günstig weltweit gestreut die beste Möglichkeit meine Rente aufzustocken. Denn hierfür sind alle Voraussetzungen gegeben. Ich habe eine langen Anlagehorizont und ich kann von meinem Einkommen regelmäßig Geld investieren.

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Kommentarregeln

Ich freue mich über jedes Kommentar und ich schätze jede konstruktive Bemerkung. Bitte weißt mich auf Fehler (Rechtschreibung / Rechenfehler / Denkfehler) konstruktiv hin. Ergänzungen zu den Artikeln sind gern gesehen. Ich halte mir vor, u. a. beleidigende, unsachliche und Werbe- Kommentare zu löschen.

Realistische Depotentwicklung über 30 Jahren mit ETFs

Dass man mit einer langfristigen Anlage in ein weltweit gestreutes Aktienportfolio im Schnitt eine Rendite von ca. 6% – 7% pro Jahr erreicht wissen wir bereits. Wenn man vereinfacht mit diesem Wert rechnet gibt das einem ein gutes Gefühl und es wird einem klar, dass man in Aktien investieren sollte. Denn das Depot wächst immer schön ohne Rücksetzer an. Doch die Realität ist anders, an der Börse geht es auf und ab. Nun frage ich mich, wie die reale Entwicklung eines Depots in einem Zeitraum von 30 Jahren aussehen könnte. Ist das eher erschreckend oder kann man sich damit auch gut fühlen bei dem ganzen auf und ab?

Grundlagen für die Betrachtung

Für diesen Beitrag möchte ich eine realistische Entwicklung eines Depots in einem Zeitraum von 30 Jahren untersuchen. Dazu nehme ich den Verlauf des MSCI World Net Index der letzten 50 Jahre her. Dieser Index spiegelt den Verlauf der Entwicklung der Aktienmärkte aller Industrieländer ab inclusive aller Reinvestition der netto Dividenden. Aus diesem ca. 50 Jahre langen Kursverlauf nehme ich folgende 3 Perioden:

  • Ende Dezember 1969 bis Ende Dezember 1999 (die ersten 30 Jahre)
  • Ende Juli 1989 bis Ende Juli 2019 (die letzten 30 Jahre)
  • Ende Februar 1979 bis Ende Februar 2009 (nicht ganz zufällig gewählter 30 Jahre Abschnitt in der Mitte 🙂 )

Für alle Beispiele habe ich den Wert des Indexes am letzten Arbeitstag des Monats zur Verfügung. Der Sparer legt über die gesamte Anlagedauer immer am letzten Arbeitstag des Monats 100€ in den Index mithilfe eines fiktiven ETF auf diesen Index an. Dieser ETF hat eine TER von 0,25% pro Jahr, die in meiner Rechnung aber monatlich mit 0,02083% den Wert des Depots reduzieren. Dies ist leichter zu rechnen, führt aber rein rechnerisch zu etwas höheren Kosten im Vergleich zum jährlichen Abzug.

Die Kosten für den Kauf betragen 1,75% also bei dem Sparbetrag von 100€ pro Monat macht dies 1,75€. Steuern auf die Ausschüttungen und Kosten für die erneute Anlage sind nicht berücksichtigt. Der Net Index berücksichtigt ja nur die Quellsteuern, sprich dir zusätzlich anfallenden Kapitalertragssteuern werden nicht berücksichtigt. Da es hier in Deutschland aber auch einen Freibetrag von 801€ gibt, gehe ich davon aus, dass der Effekt hier nicht allzu groß ist.

Als vergleich habe ich für jeden Zeitraum den Verlauf des Kapitals wenn man die 100€ monatlich mit 0% Zinsen auf ein Giro packt hinzugefügt. Außerdem habe ich eine Anlage mit 5% Zinsen pro Jahr als Herausforderer der ETF Anlage hinzugefügt. Fragt mich nicht wo ich dieses tolle Anlageprodukt gefunden habe. Auch hier berechne ich die Zinsen monatlich, was den Zinseszinseffekt etwas erhöht im Vergleich zu Jährlichen Zinsauszahlung. Außerdem fallen für diese Anlage keine weiteren Kosten an. Wie auch bei der ETF Anlage werden hier die anfallenden Zinserträge nicht versteuern.

Die letzten 30 Jahre

Depotentwicklung vom Juli 1989 bis Juli 2019

Hätte ich also die letzten 30 Jahre jeden Monat 100€ zur Seite getan, dann hätte ich heute 36.000€ auf dem Konto. Bei einer Anlage von 5% wäre ich schon bei 83.500€ (vor Steuern) und bei dem fiktiven ETF wären es sogar 108.400€ (vor Steuern). Das ist doch ordentlich und entspricht ungefähr einer Verzinsung von 6,3%. Doch der Weg dahin war sehr turbulent. Zweimal ist der ETF fast wieder auf das Niveau der Zinslosen Anlage zurückgefallen. Zwischen dem 28.09.2007 und dem 27.02.2009 verliert der Sparer 25.000€. was ungefähr 50% des Kapitals war Dies muss man aushalten können. Dennoch ist die durchschnittlich erzielte Rendite nach 30 Jahren sehenswert.

Die ersten 30 Jahre

Depotentwicklung vom Dezember 1969 bis Dezember 1999

Was soll ich dazu noch sagen. In diesem Zeitabschnitt konnte man mithilfe unserem ETF eine Rendite von ca. 12,5% erreichen. Nach den 30 Jahren hat man somit ein Vermögen von ca. 392.000€. Doch was der Anleger nicht Weiß ist, dass es die nächsten 3 Jahren nach unten geht. Würdest du nach so einer Rendite Aussteigen? Ich denke, dass es sehr einfach fällt in so einem Marktumfeld das Sparen durchzuhalten.

Nicht ganz zufällig gewählter 30 Jahresabschnitt in der Mitte

Depotentwicklung vom Februar 1979 bis Februar 2009

Bei diesem Verlauf mach das ETF sparen 28 Jahre lang Spaß. Das Depot des Sparers ist eigentlich durchgängig gut im Plus. Doch dann kurz vor Ende kommt die Finanzkriese und nimmt dir über 100.000€. Das ist sehr Ärgerlich, trotzdem hat der Sparer eine Rendite von ca. 5,6% erzielt und hat am Ende ein Vermögen von ca. 95.000€. Da wir heute wissen, dass dies auch wirklich der tiefste Punkt der Finanzkrise war, können wir einfach nur hoffen, dass dieser Sparer noch ein paar Jahre gewartet hat bevor er das Geld entnommen hat.

Fazit

Bei der Anlage in Aktien muss man echt gute Nerven haben und einfach den Sparplan weiter durchziehen. Die Vergangenheit ist zwar kein Indiz für die Zukunft, dennoch gehe ich davon aus, dass diese Anlageform auch in Zukunft die Best möglich ist. Selbst bei einem Verlust von 50% konnte der letzte Anleger eine schöne Rendite von über 5% erzielen. Dies zu wissen beruhigt mich und gibt mir die Gewissheit, dass ich mit der Anlage meines Geldes in ETFs das bestmögliche für meine Altersvorsorge mache.

Keine Anlageberatung

Meine Texte stellen keine Anlageberatung dar. Ich schreibe hier nur über meine eigenen Ideen, Gedanken und Erfahrungen als Privatanleger. Ich möchte mit meinen Artikeln Denkanstöße liefern, damit sich jeder selbst mit der Thematik auseinandersetzt. Ich bemühe mich darum, dass ich die Fakten und Daten in meinen Artikeln bestmöglich zusammenstelle und die Quellen aufliste. Dennoch können die Informationen ganz oder teilweise falsch sein. Die meisten meiner Berechnungen basieren auf den Zahlen und Erfahrungen der Vergangenheit und repräsentieren keine zukünftigen Entwicklungen. Bitte Informieren Sie sich bestmöglich bezüglich Ihrer Investmententscheidung. Ich übernehme keinerlei Haftung für Ihre Anlageentscheidungen.

Kommentarregeln

Ich freue mich über jedes Kommentar und ich schätze jede konstruktive Bemerkung. Bitte weißt mich auf Fehler (Rechtschreibung / Rechenfehler / Denkfehler) konstruktiv hin. Ergänzungen zu den Artikeln sind gern gesehen. Ich halte mir vor, u. a. beleidigende, unsachliche und Werbe- Kommentare zu löschen.

Welchen Einfluss haben die Kosten eines ETFs auf meinen Rendite?

Beim Investieren in ETFs fallen viele verschiedene Kosten an. Sei es für den Kauf des ETFs oder für die kaufenden Kosten (TER).Manchmal steht man dann vor der Wahl einen ETF mit einer TER von 0,3% im Angebot bei seinem Broker kostenlos zu kaufen oder einen ETF auf den gleichen Index mit einer TER von 0,15% aber für die normal anfallenden Kosten beim Kauf. Um den Einfluss der einzelnen Kosten besser einschätzen zu können habe ich für diesen Beitrag mehrere Beispiele durchgerechnet um zu schauen welchen Einfluss diese auf meine Rendite haben.

Berechnung der Rendite anhand verschiedener Beispielen

Bei allen folgenden Beispielen gehe ich von einer langfristigen Investition in den Aktienmarkt mithilfe von ETFs aus. Daher nehme ich ein gleichmäßiges Inflationsbereinigtes Kurswachstum vom 3,5% pro Jahr an. Der ETF ist ausschüttend und zahlt jedes Jahr 2% des investierten Wertes als ‚Dividende‘ aus. In diesem Beitrag habe ich gezeigt, dass in der Vergangenheit dies für langfristige Investments sehr realistische Annahmen sind.

Die jährlichen Ausschüttungen werden komplett versteuert (Ich rechne ohne Freibetrag) der Rest wird mit den jährlich neu anzulegenden 2.400€ zusammen in den ETF reinvestiert. Sprich die Sparer legen jeden Monat 200€ und alle Ausschüttungen nach Steuern auf ein Konto und investieren diesen Betrag am Ende des Jahres komplett.

Anmerkung: Da ich als Kurswachstum inflationsbereinigte Werte nehme ist der Sparbetrag nicht Konstant, sondern wird um die Jährliche Inflationsrate erhöht. Diese Anpassung kann man auch automatisieren, indem man in seinem Sparplan eine automatische Anpassung von z.B. 2% pro Jahr einrichtet.

Beispiele

Person 1: 
TER:        0,3% 
Kaufkosten: 1,8% 
Steuern:    28% 

Sowohl die Kosten für den Kauf als auch die TER sind sehr hoch. Wenn man z.B. ein Sparplan abschließt zahlt man zur Zeit ungefähr diese 1,8%. ETFs auf den MSCI World mit einer TER von 0,3% sind auch sehr einfach zu finden und liegen im guten Mittelfeld (0,12% - 0,5%). Diese Werte sollte jeder ohne groß zu suchen und ohne Aufwand bekommen.
Person 2:
TER:        0,3%  
Kaufkosten: 0% 
Steuern:    28% 

Dieser Sparer nutzt ein ETF den er kostenlos besparen kann und hat damit keine Kosten für den Kauf. 
Person 3: 
TER:        0,15%  
Kaufkosten: 1,8% 
Steuern:    28% 

Zum Zeitpunkt als ich diesen Artikel geschrieben habe konnte ich ausschüttende ETFs auf den MSCI World mit einer TER von 0,15% finden. Daher ist dies auch ein sehr realistischen Beispiel. 
Person 4:
TER:        0,3%  
Kaufkosten: 1,8% 
Steuern:    0% 

Einfach um zu Zeigen welchen Einfluss die Steuern auf deinen Vermögensaufbau haben werden ich das ganze mal ohne Steuern durchrechen. Man beachte, dass dies nur Einfluss auf die Ausschüttungen hat. 
Person 5: 
TER: 0,18%  
Kaufkosten: 0,5% 
Steuern: 28% 

Dieser Sparer hat sich sehr viel mühe gegeben und hat gute Kaufkosten und TERs bei seinen ETFs.

Ergebnisse:

Entwicklung des Kapitals über 40 Jahren
Pers.Nach 5
Jahre
Nach 10
Jahre
Nach 20
Jahre
Nach 30
Jahre
Nach 40
Jahre
1 12.922,79 €29.115,03 €74.825,82 €146.592,04 €259.265,46 €
213.166,48 €29.684,52 €76.404,99 €149.938,38 €265.672,63 €
312.961,58 €29.319,18 €76.014,78 €150.385,15 €268.832,13 €
413.065,54 €29.871,48 €79.294,32 €161.065,20 €296.356,43 €
513.130,21 €29.691,71 €76.929,72 €152.083,00 €271.648,09 €

Das Wettrennen ist ja gerade zu Beginn sehr spannend. Niedrige Kosten für den Kauf eines ETFs machen sich schnell bemerkbar. Langfristig haben aber immer die niedrigen laufende Kosten die Nase vorne. Bei dem TER Vorteil von 0,15% zwischen Person 2 und 3 dauert dies aber ganze 30 Jahre. Da Person 4, die keine Steuern zahlt außer Konkurrenz mitläuft ist der Unterschied der restlichen 4 Personen nur knappe 12.000€ nach 40 Jahren.

Was muss ich tun, damit ich die 12.000€ am Ende heraushole? Person 1 hat anscheinend einfach einen Sparplan auf den erstbesten ETF abgeschlossen und hat damit nur einmal den Aufwand den Sparplan einzurichten. Falls sich bei der Bank und dem ETF in den 40 Jahren nichts ändert, gibt es für Person 1 keine weiteren Aufwände. Um die Kosten beim Kaufen eines ETFs zu sparen führt Person 5 seine Käufe nur einmal im Jahr manuell aus. Außerdem schaut er immer nach, dass er gerade den günstigsten ETF kauft. Person 5 darf sich dabei aber nicht von der aktuellen Marktlage beeinflussen lassen und auch wirklich zum definierten Zeitpunkt die Käufe regelmäßig ausführen.

Fazit

Ich bin vor allem sehr davon begeistert, wieviel Geld zusammenkommt wenn man 40 Jahre lang nur 200€ spart. Egal welche Person man betrachtet, alle besitzen am Ende eine beachtliche Summe. Die ja ohne die Bereinigung der Inflation sicher noch höher wäre. Daher ist es für mich wichtig einfach dabei zu sein.

Wenn man bei seinen Broker die Möglichkeit hat, einen ETF kostenlos zu besparen, der auch eine angemessene TER besitzt dann sind die durchaus zu empfehlen. Dennoch priorisiere ich für mich eine niedrige TER als wichtigstes Kriterium ein. Der Aufwand sich einmal im Jahr hinzusitzen und nach eventuell günstigeren ETFs zu suchen halte ich als durchaus angemessen.

Das Schöne an der Berechnung von Person 5 die ja keine steuern zahlt ist, dass jeder für Ausschüttungen bis zu 801€ keine Steuern zahlt. Dies entspricht bei einer Ausschüttungsquote von 2% einem Anlagebetrag von 40.050€. Dies kann man bei einer monatlichen Sparrate von 200 € schon nach knapp 10 Jahren erreichen.

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Kommentarregeln

Ich freue mich über jedes Kommentar und ich schätze jede konstruktive Bemerkung. Bitte weißt mich auf Fehler (Rechtschreibung / Rechenfehler / Denkfehler) konstruktiv hin. Ergänzungen zu den Artikeln sind gern gesehen. Ich halte mir vor, u. a. beleidigende, unsachliche und Werbe- Kommentare zu löschen.

Nach dieser Anlagedauer machst du immer Gewinn mit Aktien

Sind Aktieninvestitionen eher etwas kurzfristiges oder langfristiges? Wie lange musste ich denn in der Vergangenheit warten bis ich auf jeden Fall gewinn mit Aktien gemacht habe? All diese Fragen möchte ich in diesem Artikel beantworten. Dazu werde ich die historische Daten des MSCI World untersuchen. Diesen nehme ich, da man sehr einfach die Performance dieses Indexes mithilfe eines ETFs abbilden kann.

Lange Antwort

Ich nehme mir wieder die Schlusskurse jeweils zum Monatsende von Dezember 1969 bis Dezember 2018 des MSCI World Kursindex. Das sind 589 Werte. Meine erste Annahme ist, dass ich 1 Monat anlege. Daraus ergibt sich folgendes für den Kursindex:

  • Maximaler Verlust 19 % was eine Jährliche Rendite von -228 % sind. Autsch!
  • Maximaler Gewinn 14 % entspricht eine Jährliche Rendite von 171 %. Wow!

Die Streuung auf Monatsebene war mir einfach zu groß um hier weitere Berechnungen zu tätigen. Daher habe ich hier auch nicht weiter gemacht. Wer einen Monat in Aktien anlegen will kann alles bekommen, aber nichts planbares. Das ist reinste Spekulation. Man benötigt gutes Markttiming und viel viel Glück um hier gezielt Gewinne mitzunehmen.

Als nächstes habe ich mir die 1 Jährigen Performance angeschaut. Hierzu habe ich über den oben genannten Zeitraum 578 Werte berechnet. Diese bewegen sich in folgendem Bereich:

Anzahl der Werte 578
Maximaler Verlust -48,414%
Maximaler Gewinn 62,412%
Durchschnitt 8,144%

Schön aufgelistet nach Häufigkeit sieht das so aus:

Übersicht der Renditenverteilung nach eine Jahr auf den Kursindex

Wunderschön oder nicht? Sowas habe ich doch in der Schule schon mal gesehen. Daher habe ich auch eine Glockenkurve/Gaußkurve mit eingezeichnet. Nach einem Jahr tummeln sich die Meisten Werte um die 5% bis 15%. 166 Werte sind im Negativen und 412 mal im Plus.

Nach 10 Jahren ergibt sich folgendes Bild:

Anzahl der Werte 470
Maximaler Verlust -4,101%
Minimaler Verlust 16,571%
Durchschnitt 7,063%
Übersicht der Renditenverteilung nach 10 Jahren auf den Kursindex

Nach 10 Jahre Anlagedauer konnte man in der Vergangenheit so gut wie sicher sein, dass man im Plus landet. Nur 26 mal von 470 wäre man mit Verlusten heraus gekommen. Alleine die Chance zwischen 5% und 10% zu liegen ist mit 175 ca. 7 Mal so hoch. Hier eine Gesamtübersicht über alle Anlageperioden:

Gesamtübersicht der Rendite nach n Jahren auf den Kursindex

Je länger die Anlagedauer je kleiner wird die Streuung und je näher ist man bei den 7,5%. Zu Beachten ist, dass ich hier mir einem Kursindex gearbeitet habe. Dies Bedeutet dass die Gesamte Dividende nicht berücksichtigt wird. Und sich dadurch das Bild noch um 2% nach oben bzw. ins Plus verschiebt. Der Gesamtüberblick für den Net Index ist der Folgende:

Gesamtübersicht der Rendite nach n Jahren auf den Net-Index

Fazit

Je länger man investiert ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass man eine positive Rendite erzielt. Ab einer Anlagedauer von ca. 12 Jahren war man in der Vergangenheit immer im positiven Bereich. Das beinhaltet aber auch Konstellationen, bei denen mitten in der Finanzkriese verkauft aber auch auf dem hoch vor einer Krise gekauft wurde. Daher ist für mich, der Anlagezeitpunkt nicht so wichtig sondern eher, dass ich langfristig investiert sein muss um auch den dümmsten Einkauf zum Erfolg zu bringen. Wenn man langfristig investieren möchte und regelmäßig Nachkäufe tätige gewährleistet auch, dass man nicht nur zum ungünstigsten Zeitpunkt Aktien gekauft hat.

Keine Anlageberatung

Meine Texte stellen keine Anlageberatung dar. Ich schreibe hier nur über meine eigenen Ideen, Gedanken und Erfahrungen als Privatanleger. Ich möchte mit meinen Artikeln Denkanstöße liefern, damit sich jeder selbst mit der Thematik auseinandersetzt. Ich bemühe mich darum, dass ich die Fakten und Daten in meinen Artikeln bestmöglich zusammenstelle und die Quellen aufliste. Dennoch können die Informationen ganz oder teilweise falsch sein. Die meisten meiner Berechnungen basieren auf den Zahlen und Erfahrungen der Vergangenheit und repräsentieren keine zukünftigen Entwicklungen. Bitte Informieren Sie sich bestmöglich bezüglich Ihrer Investmententscheidung. Ich übernehme keinerlei Haftung für Ihre Anlageentscheidungen.

Kommentarregeln

Ich freue mich über jedes Kommentar und ich schätze jede konstruktive Bemerkung. Bitte weißt mich auf Fehler (Rechtschreibung / Rechenfehler / Denkfehler) konstruktiv hin. Ergänzungen zu den Artikeln sind gern gesehen. Ich halte mir vor, u. a. beleidigende, unsachliche und Werbe- Kommentare zu löschen.

Wieviel kann ich mit Aktien verdienen?

Dies ist eine häufig gestellte Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Da ich mithilfe von weltweitgestreuten Aktien ETF in Aktienmarkt investiere, habe ich dieses Anlageverhalten genauer analysiert. In diesem Beitrag möchte ich erläutern welche Rendite eine langfristige Anlage mit Aktien zu erzielen ist. Da ich leider keine Glaskugel Zuhause habe, um in die Zukunft zu schauen, werde ich diese Analyse mit historischen Daten machen.

Aktienrendite analysiert

Ich investiere mein Geld langfristig in ein weltweit gestreutes Aktienportfolio (ETF) um kontinuierliche und ‚planbare‘ Erträge zu erzielen. Am besten eignet sich daher für meine Untersuchung ein Aktienindex auf die Industrieländer, da dieser in allen Industrieländer in die größten Aktienunternehmen investiert und ich hierfür sehr einfach an Daten für einen belastbaren Zeitraum komme. Die Daten dazu habe ich von msci.com. Der Verlauf des Indexes von 1969 bis Ende 2018 sieht wie folgt aus:

Verlauf des Kursindexes von 1969 bis 2018
Anmerkung: Es handelt sich hier um den Kursindex, Dividendenausschüttungen sind in diesem Index nicht enthalten. Der Index enthält ca. 1600 große und mittlere Aktien von 26 Industrieländer. Entwicklungsländer und kleine Aktien sind nicht enthalten. Angezeigt wird jeweils der Schlusskurs des Jahres. Begonnen wird bei 100 Punkte im Jahre 1969.

Jetzt habe ich hier die Daten von fast 50 Jahren und ich habe Excel. Damit kann man doch etwas anfangen. Von daher los geht’s: Hätte ich im Jahr 1969, 100€ in dieses Index investiert, dann sind das Ende 2018 ca. 1883,9 €. Das ist ein Wachstum von ca. 1784%! WOW!

Leider liegen da 49 Jahre dazwischen. Auf das Jahr heruntergerechnet sind das solide 6,17%. Das bedeutet, dass wir hier trotz des auf und ab im Schnitt über 6% je Jahr erzielen. Also die Antwort auf die einleitende Frage des Artikels ist 6% je Jahr. Fertig!

Ich höre schon den ein oder anderen sagen: Warte mal! Das ist doch der Kursindex. Also nur die reine Kursentwicklung. Ich weiß, dass sich der Gewinn von Aktien aus Kursgewinnen und Dividenden zusammensetzt.

Ok ok, ihr habt recht. Dividenden sind wichtig denn diese generieren einen Einkommensstrom. Nur wie rechne ich die Dividenden aus? Glücklicherweise gibt es neben dem Kursindex auch noch einen Net und Gross Index. Der Verlauf des Net Indexes sieht so aus:

Verlauf des Net-Indexes von 1969 bis 2018
Info:
Bitte was? Net und Gross Index, was ist denn das? Hier ganz kurz: Beim Net Index werden die Dividenden nach Abzug der Steuern (Quellsteuern) wieder in den Index reinvestiert. Beim Gross Index sind die Steuern nicht berücksichtigt. Da wir alle Steuern zahlen müssen, habe ich den Net Index genommen.

Eigentlich der gleiche Verlauf aber hier geht es von 100 Punkten im Jahr 1969 hoch auf 5412,12 Punkte Ende 2018. Was eine jährliche Rendite von ca. 8,5% entspricht.

So, jetzt habe ich aber alles berücksichtigt. Kurssteigerungen und Dividenden und sogar die anfallende Quellsteuer. Dies bedeutet, dass wir mit einer Langfristigen Rendite von 8,5 % rechen können.

Stopp! Höre ich euch wieder rufen. Will ich nicht eigentlich wissen wie stark meine Kaufkraft wächst? 8,5% hören sich gut an aber was bringt mir das wenn ich damit nach 50 Jahren nur noch die Hälfte kaufen kann?

Also die Inflation auch noch? Oh das wird schwierig. Jeder hat eine persönliche Inflationsrate gemessen an seinem persönlichen Warenkorb. Um aber auch diesem Einwand gerecht zu werden nehme ich die Inflationsrate die für Deutschland in diesem Zeitraum angegeben wird. Meine Quelle dafür ist folgende: de.statista.com/statistik/daten/studie/4917/umfrage/inflationsrate-in-deutschland-seit-1948/

Die Inflation entwickelt sich demnach so:

Entwicklung der Inflation in Deutschland von 1969 bis 2018

Als nächstes reduziere ich den Kurs- und Net Index jeweils um die Inflationsrate und erhalte folgendes:

Verlauf des inflationsbereinigten Kursindexes und Net-Indexes von 1969 bis 2018

Sehr gemein von der Inflation denn von den fast 1900 erreichten Punkten des Kursindexes bleiben nur 516,60 Punkte übrig. Beim Net Index sind es noch 1532,57 von den ca. 5500 Punkten. Dadurch ergibt sich folgende jährliche Rendite:

  • Kurs: 3,41%
  • Net: 5,73%
  • Differenz: 2,32% (Ausschüttungen)

Info:
Wenn ich den ganzen Zirkus mit dem Gross Index durchrechne, dann erhalte ich Rendite von 9,3% je Jahr ohne Inflation mit Berücksichtigung der Inflation sind wir bei 6,5%.

Fazit:

Bei der langfristigen Anlage in ein weltweit gestreutes Aktienportfolio kann man gut mit einer inflationsbereinigten Rendite von 5,5% rechnen. Diese setzt sich zusammen aus einem Kurswachstum von ca. 3,5% je Jahr und einer Dividendenausschüttung von ca. 2%.

Da ich hier einen Index der Industrieländer genommen habe, der auch keine kleinen Aktien enthält (Small Caps) und gerade die kleinen Aktien und die Schwellenländer wahrscheinlich ein größeres ‚Potenzial‘ haben, kann durch eine Beimischung dieser auch sicher eine höhere Rendite erreicht werden.

Keine Anlageberatung

Meine Texte stellen keine Anlageberatung dar. Ich schreibe hier nur über meine eigenen Ideen, Gedanken und Erfahrungen als Privatanleger. Ich möchte mit meinen Artikeln Denkanstöße liefern, damit sich jeder selbst mit der Thematik auseinandersetzt. Ich bemühe mich darum, dass ich die Fakten und Daten in meinen Artikeln bestmöglich zusammenstelle und die Quellen aufliste. Dennoch können die Informationen ganz oder teilweise falsch sein. Die meisten meiner Berechnungen basieren auf den Zahlen und Erfahrungen der Vergangenheit und repräsentieren keine zukünftigen Entwicklungen. Bitte Informieren Sie sich bestmöglich bezüglich Ihrer Investmententscheidung. Ich übernehme keinerlei Haftung für Ihre Anlageentscheidungen.

Kommentarregeln

Ich freue mich über jedes Kommentar und ich schätze jede konstruktive Bemerkung. Bitte weißt mich auf Fehler (Rechtschreibung / Rechenfehler / Denkfehler) konstruktiv hin. Ergänzungen zu den Artikeln sind gern gesehen. Ich halte mir vor, u. a. beleidigende, unsachliche und Werbe- Kommentare zu löschen.