So wirst du mit nur 100€ je Monat zum Millionär

Kann ich wirklich mit nur 100€ im Monat zum Millionär werden? Ich werde in diesem Beitrag zeigen, dass dies rein rechnerisch in einem Menschenleben möglich ist. Natürlich hat das ganze einen Harken und zwar der Zeitraum indem dies erreicht werden kann. Dennoch ist es interessant zu sehen, was man alles mit einer Sparrate von nur 100€ im Monat erreichen kann und wie mächtig der Zinseszinseffekt ist. Dabei wird auch klar warum es wichtig ist, dass man früh mit dem Sparen anfängt, auch wenn es nur kleine Beträge sind.

Der lange Weg zur Million

Nehmen wir mal an, dass ich einfach jeden Monat die 100€ auf mein Konto packe, dann hätte ich nach einem Jahr 1.200€. Nach 10 Jahren wäre ich 5 Stellig und hätte 12.000€ und nach 100 Jahren 120.000€… Mit dieser Herangehensweise müsste ich 833 Jahre sparen um endlich Millionär zu sein. Dass nach dieser langen Zeit bei einer Inflationsrate von 2% die Million nichts mehr Wert ist, wird jedem klar sein. Also deinen Nachkommen wird das Geld nicht wirklich viel nutzen.

Doch was passiert, wenn ich die 100€ Monatlich in einen weltweit gestreuten Aktien ETF stecke? Um das zu untersuchen habe ich mir einen eigenen ETF gebastelt. Die jährliche Kosten dieses ETFs also die TER betragen 0,2%. Um diesen bei meiner Depotbank im Sparplan zu kaufen, muss ich 1,5% Gebühren zahlen. Da wir von einem langen Anlange ausgehen, wird der ETF im Schnitt pro Jahr um 4,5% wachsen und 2% des investierten Kapitals schüttet der ETF jährlich als Dividende aus. In Summe bringt der ETF also 6,5% pro Jahr.

Die Dividenden werden mit 28% (Kapitalertragssteuer + Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer + Rundungsaufschlag) versteuert und wieder reinvestiert. Einen Freibetrag gibt es nicht in dieser Bösen Welt. Gerechnet habe ich auf Jahresbasis, sprich immer am Ende des Jahres werden 1.200€ investiert und im nächsten Jahr wird dies dann verzinst. Die angenommenen Wachstumswerte sind real und nicht als um die Inflation bereinigt anzusehen. Im folgendem Artikel habe ich gezeigt, dass diese Wachstumsraten in der Vergangenheit durchaus realistisch sind.

Nach 10 Jahren

Machen wir einen Zeitsprung und betrachten das Ende des 10. Jahres, der Sparer ist gerade dabei, das 10. Mal 1.200€ in den ETF einzuzahlen. Bisher hat er somit 10.800€ angelegt. Das Depot hat einen Wert von ca. 13.500€ und die erwartete Dividendenausschüttung liegt in diesem Jahr bei ca. 268€. Also hat nach 10 Jahren der ETF Sparer schon einen Vorteil von 25%.

Die ersten 10 Jahre des Sparens

Nach 30 Jahren

In dem Zeitraum vom 11. bis zum 30. Jahr wird der Zinseszins Effekt immer mehr merkbar. Nach dem 30. Jahr hat der Sparer 34.800€ eingezahlt. Das Depot ist aber schon bei 83.000€ und die erwartete Dividendenausschüttung in diesem Jahr liegt bei 1660 €. Also beträgt der Vorsprung schon fast 140%. In folgendem Artikel habe ich 3 Zeiträume nach den realen Renditen in bei einer Anlagedauer von 30 Jahre untersucht. Die hier berechneten 83.000€ wurden dabei immer überboten. Auch in dem Beispiel in dem die Finanzkriese nach 29 Jahren ausbrach. Also ist diese Berechnung sehr realistisch.

Wertentwicklung des Depots in den Jahren 10 bis 30

30 Jahre hört sich wahrscheinlich für den ein oder anderen etwas lange an. Das bedeutet aber, dass ein 35 Jähriger noch die Möglichkeit hat, seine Rente um 83.000€ aufzustocken und dies ‚nur‘ mit 100€ im Monat. Ist doch schön oder? Diese Werte sind vor Steuer auf die Kursgewinne.

Endlich Millionär

In 72 Jahren zur Million

Millionär ist man dann nach 72 Jahren, in diesem Jahr belaufen sich alleine die Dividenden auf über 20.000€. Das ist fast ¼ des investierten Geldes, was nach 72 Jahren ca. 85.000€ sind. Je länger der Zeitraum um so stärker wächst das Depot- Zinseszins. Für den ein oder anderen ist es vielleicht erstrebenswert, als Millionär in Rente zu gehen. Ich denke aber, für die Meisten ist es nur erstrebenswert als Rentner nicht sozial abzusteigen. Nach 40 Jahren sparen hat man seine Rente immerhin um ca. 160.000€ (vor Inflation und steuern) aufgebessert. Das ist für jeden machbar.

Woher kommt denn die Million?

Zusammensetzung des Depots in 72 Jahren

Wie kann das denn sein, dass man nach 72 Jahre 1.000.000€ besitzt, dafür aber nur ca. 85.000€ gespart hat? Das gesamte Kapital setzt sich aus dem Sparbetrag, der Reinvestition der Ausschüttungen (Dividenden) und den Kursgewinnen zusammen. Nach 72 Jahre hast man neben dem Sparbetrag noch ca. 360.000€ an Dividenden (Netto ca. 260.000€) und Kursgewinne von ca. 760.000€ (ebenfalls vor Steuern) verdient.

Die böse Inflation

Es ist ja jedem bekannt, dass Geld mit der Zeit weniger Wert wird. Dabei handelt es sich um den bösen Bruder des Zinseszins und zwar der Inflation. Dadurch wird man in 72 Jahren wenn man endlich die Million hat, nicht so viel kaufen können wie heute. Das Ziel der EU ist es eine Inflation von 2% dauerhaft zu gewährleisten. In den letzten 10 Jahren waren wir aber meistens darunter. Wie lange dauert es denn, um die Inflationsbereinigte 1.000.000€ zu bekommen?

Nehmen wir an, dass wir konstant die 2% Inflation halten können und dass die anderen Werte so bleiben wie im Beispiel davor. Dann müsste man 85 Jahre sparen um sein Ziel zu erreichen. Wieviel man dann noch davon hat, ist eine andere Frage, zumindest für die Enkel ist dann gut ausgesorgt.

Inflationsbereinigte Depotentwicklung

Fazit

Man kann es nicht häufig genug sagen, wenn es um den Vermögensaufbau geht ist die Anlagedauer das wirklich entscheidende. Es ist wichtig möglichst früh mit kleinen Beträgen anzufangen. Zu Beginn wird man die Vorteile nicht wirklich bemerken. Es dauert erst einmal 10 bis 15 Jahre bis das ganze ins rollen kommt. Dann aber verselbstständigt sich der Vermögensaufbau und die eigenen monatlichen Beiträge fallen kaum noch ins Gewicht.

Es ist nicht Wichtig mit welchen Beträgen investiert wird, selbst kleine Sparraten führen nach einer gewissen Zeit zum Erfolg. Es ist auch gut mit kleinen Beträgen anzufangen, damit man sich langsam an die volatile Börse gewöhnt. Hier in den Diagrammen mit dem gleichmäßigen Wachstum sieht das ja alles schön und gut aus in der Realität wird das aber anders sein. Siehe dieser Beitrag.

Für mich ist die Anlageform mit Hilfe von ETFs günstig weltweit gestreut die beste Möglichkeit meine Rente aufzustocken. Denn hierfür sind alle Voraussetzungen gegeben. Ich habe eine langen Anlagehorizont und ich kann von meinem Einkommen regelmäßig Geld investieren.

Keine Anlageberatung

Meine Texte stellen keine Anlageberatung dar. Ich schreibe hier nur über meine eigenen Ideen, Gedanken und Erfahrungen als Privatanleger. Ich möchte mit meinen Artikeln Denkanstöße liefern, damit sich jeder selbst mit der Thematik auseinandersetzt. Ich bemühe mich darum, dass ich die Fakten und Daten in meinen Artikeln bestmöglich zusammenstelle und die Quellen aufliste. Dennoch können die Informationen ganz oder teilweise falsch sein. Die meisten meiner Berechnungen basieren auf den Zahlen und Erfahrungen der Vergangenheit und repräsentieren keine zukünftigen Entwicklungen. Bitte Informieren Sie sich bestmöglich bezüglich Ihrer Investmententscheidung. Ich übernehme keinerlei Haftung für Ihre Anlageentscheidungen.

Kommentarregeln

Ich freue mich über jedes Kommentar und ich schätze jede konstruktive Bemerkung. Bitte weißt mich auf Fehler (Rechtschreibung / Rechenfehler / Denkfehler) konstruktiv hin. Ergänzungen zu den Artikeln sind gern gesehen. Ich halte mir vor, u. a. beleidigende, unsachliche und Werbe- Kommentare zu löschen.

Realistische Depotentwicklung über 30 Jahren mit ETFs

Dass man mit einer langfristigen Anlage in ein weltweit gestreutes Aktienportfolio im Schnitt eine Rendite von ca. 6% – 7% pro Jahr erreicht wissen wir bereits. Wenn man vereinfacht mit diesem Wert rechnet gibt das einem ein gutes Gefühl und es wird einem klar, dass man in Aktien investieren sollte. Denn das Depot wächst immer schön ohne Rücksetzer an. Doch die Realität ist anders, an der Börse geht es auf und ab. Nun frage ich mich, wie die reale Entwicklung eines Depots in einem Zeitraum von 30 Jahren aussehen könnte. Ist das eher erschreckend oder kann man sich damit auch gut fühlen bei dem ganzen auf und ab?

Grundlagen für die Betrachtung

Für diesen Beitrag möchte ich eine realistische Entwicklung eines Depots in einem Zeitraum von 30 Jahren untersuchen. Dazu nehme ich den Verlauf des MSCI World Net Index der letzten 50 Jahre her. Dieser Index spiegelt den Verlauf der Entwicklung der Aktienmärkte aller Industrieländer ab inclusive aller Reinvestition der netto Dividenden. Aus diesem ca. 50 Jahre langen Kursverlauf nehme ich folgende 3 Perioden:

  • Ende Dezember 1969 bis Ende Dezember 1999 (die ersten 30 Jahre)
  • Ende Juli 1989 bis Ende Juli 2019 (die letzten 30 Jahre)
  • Ende Februar 1979 bis Ende Februar 2009 (nicht ganz zufällig gewählter 30 Jahre Abschnitt in der Mitte 🙂 )

Für alle Beispiele habe ich den Wert des Indexes am letzten Arbeitstag des Monats zur Verfügung. Der Sparer legt über die gesamte Anlagedauer immer am letzten Arbeitstag des Monats 100€ in den Index mithilfe eines fiktiven ETF auf diesen Index an. Dieser ETF hat eine TER von 0,25% pro Jahr, die in meiner Rechnung aber monatlich mit 0,02083% den Wert des Depots reduzieren. Dies ist leichter zu rechnen, führt aber rein rechnerisch zu etwas höheren Kosten im Vergleich zum jährlichen Abzug.

Die Kosten für den Kauf betragen 1,75% also bei dem Sparbetrag von 100€ pro Monat macht dies 1,75€. Steuern auf die Ausschüttungen und Kosten für die erneute Anlage sind nicht berücksichtigt. Der Net Index berücksichtigt ja nur die Quellsteuern, sprich dir zusätzlich anfallenden Kapitalertragssteuern werden nicht berücksichtigt. Da es hier in Deutschland aber auch einen Freibetrag von 801€ gibt, gehe ich davon aus, dass der Effekt hier nicht allzu groß ist.

Als vergleich habe ich für jeden Zeitraum den Verlauf des Kapitals wenn man die 100€ monatlich mit 0% Zinsen auf ein Giro packt hinzugefügt. Außerdem habe ich eine Anlage mit 5% Zinsen pro Jahr als Herausforderer der ETF Anlage hinzugefügt. Fragt mich nicht wo ich dieses tolle Anlageprodukt gefunden habe. Auch hier berechne ich die Zinsen monatlich, was den Zinseszinseffekt etwas erhöht im Vergleich zu Jährlichen Zinsauszahlung. Außerdem fallen für diese Anlage keine weiteren Kosten an. Wie auch bei der ETF Anlage werden hier die anfallenden Zinserträge nicht versteuern.

Die letzten 30 Jahre

Depotentwicklung vom Juli 1989 bis Juli 2019

Hätte ich also die letzten 30 Jahre jeden Monat 100€ zur Seite getan, dann hätte ich heute 36.000€ auf dem Konto. Bei einer Anlage von 5% wäre ich schon bei 83.500€ (vor Steuern) und bei dem fiktiven ETF wären es sogar 108.400€ (vor Steuern). Das ist doch ordentlich und entspricht ungefähr einer Verzinsung von 6,3%. Doch der Weg dahin war sehr turbulent. Zweimal ist der ETF fast wieder auf das Niveau der Zinslosen Anlage zurückgefallen. Zwischen dem 28.09.2007 und dem 27.02.2009 verliert der Sparer 25.000€. was ungefähr 50% des Kapitals war Dies muss man aushalten können. Dennoch ist die durchschnittlich erzielte Rendite nach 30 Jahren sehenswert.

Die ersten 30 Jahre

Depotentwicklung vom Dezember 1969 bis Dezember 1999

Was soll ich dazu noch sagen. In diesem Zeitabschnitt konnte man mithilfe unserem ETF eine Rendite von ca. 12,5% erreichen. Nach den 30 Jahren hat man somit ein Vermögen von ca. 392.000€. Doch was der Anleger nicht Weiß ist, dass es die nächsten 3 Jahren nach unten geht. Würdest du nach so einer Rendite Aussteigen? Ich denke, dass es sehr einfach fällt in so einem Marktumfeld das Sparen durchzuhalten.

Nicht ganz zufällig gewählter 30 Jahresabschnitt in der Mitte

Depotentwicklung vom Februar 1979 bis Februar 2009

Bei diesem Verlauf mach das ETF sparen 28 Jahre lang Spaß. Das Depot des Sparers ist eigentlich durchgängig gut im Plus. Doch dann kurz vor Ende kommt die Finanzkriese und nimmt dir über 100.000€. Das ist sehr Ärgerlich, trotzdem hat der Sparer eine Rendite von ca. 5,6% erzielt und hat am Ende ein Vermögen von ca. 95.000€. Da wir heute wissen, dass dies auch wirklich der tiefste Punkt der Finanzkrise war, können wir einfach nur hoffen, dass dieser Sparer noch ein paar Jahre gewartet hat bevor er das Geld entnommen hat.

Fazit

Bei der Anlage in Aktien muss man echt gute Nerven haben und einfach den Sparplan weiter durchziehen. Die Vergangenheit ist zwar kein Indiz für die Zukunft, dennoch gehe ich davon aus, dass diese Anlageform auch in Zukunft die Best möglich ist. Selbst bei einem Verlust von 50% konnte der letzte Anleger eine schöne Rendite von über 5% erzielen. Dies zu wissen beruhigt mich und gibt mir die Gewissheit, dass ich mit der Anlage meines Geldes in ETFs das bestmögliche für meine Altersvorsorge mache.

Keine Anlageberatung

Meine Texte stellen keine Anlageberatung dar. Ich schreibe hier nur über meine eigenen Ideen, Gedanken und Erfahrungen als Privatanleger. Ich möchte mit meinen Artikeln Denkanstöße liefern, damit sich jeder selbst mit der Thematik auseinandersetzt. Ich bemühe mich darum, dass ich die Fakten und Daten in meinen Artikeln bestmöglich zusammenstelle und die Quellen aufliste. Dennoch können die Informationen ganz oder teilweise falsch sein. Die meisten meiner Berechnungen basieren auf den Zahlen und Erfahrungen der Vergangenheit und repräsentieren keine zukünftigen Entwicklungen. Bitte Informieren Sie sich bestmöglich bezüglich Ihrer Investmententscheidung. Ich übernehme keinerlei Haftung für Ihre Anlageentscheidungen.

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Ich freue mich über jedes Kommentar und ich schätze jede konstruktive Bemerkung. Bitte weißt mich auf Fehler (Rechtschreibung / Rechenfehler / Denkfehler) konstruktiv hin. Ergänzungen zu den Artikeln sind gern gesehen. Ich halte mir vor, u. a. beleidigende, unsachliche und Werbe- Kommentare zu löschen.

Welchen Einfluss haben die Kosten eines ETFs auf meinen Rendite?

Beim Investieren in ETFs fallen viele verschiedene Kosten an. Sei es für den Kauf des ETFs oder für die kaufenden Kosten (TER).Manchmal steht man dann vor der Wahl einen ETF mit einer TER von 0,3% im Angebot bei seinem Broker kostenlos zu kaufen oder einen ETF auf den gleichen Index mit einer TER von 0,15% aber für die normal anfallenden Kosten beim Kauf. Um den Einfluss der einzelnen Kosten besser einschätzen zu können habe ich für diesen Beitrag mehrere Beispiele durchgerechnet um zu schauen welchen Einfluss diese auf meine Rendite haben.

Berechnung der Rendite anhand verschiedener Beispielen

Bei allen folgenden Beispielen gehe ich von einer langfristigen Investition in den Aktienmarkt mithilfe von ETFs aus. Daher nehme ich ein gleichmäßiges Inflationsbereinigtes Kurswachstum vom 3,5% pro Jahr an. Der ETF ist ausschüttend und zahlt jedes Jahr 2% des investierten Wertes als ‚Dividende‘ aus. In diesem Beitrag habe ich gezeigt, dass in der Vergangenheit dies für langfristige Investments sehr realistische Annahmen sind.

Die jährlichen Ausschüttungen werden komplett versteuert (Ich rechne ohne Freibetrag) der Rest wird mit den jährlich neu anzulegenden 2.400€ zusammen in den ETF reinvestiert. Sprich die Sparer legen jeden Monat 200€ und alle Ausschüttungen nach Steuern auf ein Konto und investieren diesen Betrag am Ende des Jahres komplett.

Anmerkung: Da ich als Kurswachstum inflationsbereinigte Werte nehme ist der Sparbetrag nicht Konstant, sondern wird um die Jährliche Inflationsrate erhöht. Diese Anpassung kann man auch automatisieren, indem man in seinem Sparplan eine automatische Anpassung von z.B. 2% pro Jahr einrichtet.

Beispiele

Person 1: 
TER:        0,3% 
Kaufkosten: 1,8% 
Steuern:    28% 

Sowohl die Kosten für den Kauf als auch die TER sind sehr hoch. Wenn man z.B. ein Sparplan abschließt zahlt man zur Zeit ungefähr diese 1,8%. ETFs auf den MSCI World mit einer TER von 0,3% sind auch sehr einfach zu finden und liegen im guten Mittelfeld (0,12% - 0,5%). Diese Werte sollte jeder ohne groß zu suchen und ohne Aufwand bekommen.
Person 2:
TER:        0,3%  
Kaufkosten: 0% 
Steuern:    28% 

Dieser Sparer nutzt ein ETF den er kostenlos besparen kann und hat damit keine Kosten für den Kauf. 
Person 3: 
TER:        0,15%  
Kaufkosten: 1,8% 
Steuern:    28% 

Zum Zeitpunkt als ich diesen Artikel geschrieben habe konnte ich ausschüttende ETFs auf den MSCI World mit einer TER von 0,15% finden. Daher ist dies auch ein sehr realistischen Beispiel. 
Person 4:
TER:        0,3%  
Kaufkosten: 1,8% 
Steuern:    0% 

Einfach um zu Zeigen welchen Einfluss die Steuern auf deinen Vermögensaufbau haben werden ich das ganze mal ohne Steuern durchrechen. Man beachte, dass dies nur Einfluss auf die Ausschüttungen hat. 
Person 5: 
TER: 0,18%  
Kaufkosten: 0,5% 
Steuern: 28% 

Dieser Sparer hat sich sehr viel mühe gegeben und hat gute Kaufkosten und TERs bei seinen ETFs.

Ergebnisse:

Entwicklung des Kapitals über 40 Jahren
Pers.Nach 5
Jahre
Nach 10
Jahre
Nach 20
Jahre
Nach 30
Jahre
Nach 40
Jahre
1 12.922,79 €29.115,03 €74.825,82 €146.592,04 €259.265,46 €
213.166,48 €29.684,52 €76.404,99 €149.938,38 €265.672,63 €
312.961,58 €29.319,18 €76.014,78 €150.385,15 €268.832,13 €
413.065,54 €29.871,48 €79.294,32 €161.065,20 €296.356,43 €
513.130,21 €29.691,71 €76.929,72 €152.083,00 €271.648,09 €

Das Wettrennen ist ja gerade zu Beginn sehr spannend. Niedrige Kosten für den Kauf eines ETFs machen sich schnell bemerkbar. Langfristig haben aber immer die niedrigen laufende Kosten die Nase vorne. Bei dem TER Vorteil von 0,15% zwischen Person 2 und 3 dauert dies aber ganze 30 Jahre. Da Person 4, die keine Steuern zahlt außer Konkurrenz mitläuft ist der Unterschied der restlichen 4 Personen nur knappe 12.000€ nach 40 Jahren.

Was muss ich tun, damit ich die 12.000€ am Ende heraushole? Person 1 hat anscheinend einfach einen Sparplan auf den erstbesten ETF abgeschlossen und hat damit nur einmal den Aufwand den Sparplan einzurichten. Falls sich bei der Bank und dem ETF in den 40 Jahren nichts ändert, gibt es für Person 1 keine weiteren Aufwände. Um die Kosten beim Kaufen eines ETFs zu sparen führt Person 5 seine Käufe nur einmal im Jahr manuell aus. Außerdem schaut er immer nach, dass er gerade den günstigsten ETF kauft. Person 5 darf sich dabei aber nicht von der aktuellen Marktlage beeinflussen lassen und auch wirklich zum definierten Zeitpunkt die Käufe regelmäßig ausführen.

Fazit

Ich bin vor allem sehr davon begeistert, wieviel Geld zusammenkommt wenn man 40 Jahre lang nur 200€ spart. Egal welche Person man betrachtet, alle besitzen am Ende eine beachtliche Summe. Die ja ohne die Bereinigung der Inflation sicher noch höher wäre. Daher ist es für mich wichtig einfach dabei zu sein.

Wenn man bei seinen Broker die Möglichkeit hat, einen ETF kostenlos zu besparen, der auch eine angemessene TER besitzt dann sind die durchaus zu empfehlen. Dennoch priorisiere ich für mich eine niedrige TER als wichtigstes Kriterium ein. Der Aufwand sich einmal im Jahr hinzusitzen und nach eventuell günstigeren ETFs zu suchen halte ich als durchaus angemessen.

Das Schöne an der Berechnung von Person 5 die ja keine steuern zahlt ist, dass jeder für Ausschüttungen bis zu 801€ keine Steuern zahlt. Dies entspricht bei einer Ausschüttungsquote von 2% einem Anlagebetrag von 40.050€. Dies kann man bei einer monatlichen Sparrate von 200 € schon nach knapp 10 Jahren erreichen.

Keine Anlageberatung

Meine Texte stellen keine Anlageberatung dar. Ich schreibe hier nur über meine eigenen Ideen, Gedanken und Erfahrungen als Privatanleger. Ich möchte mit meinen Artikeln Denkanstöße liefern, damit sich jeder selbst mit der Thematik auseinandersetzt. Ich bemühe mich darum, dass ich die Fakten und Daten in meinen Artikeln bestmöglich zusammenstelle und die Quellen aufliste. Dennoch können die Informationen ganz oder teilweise falsch sein. Die meisten meiner Berechnungen basieren auf den Zahlen und Erfahrungen der Vergangenheit und repräsentieren keine zukünftigen Entwicklungen. Bitte Informieren Sie sich bestmöglich bezüglich Ihrer Investmententscheidung. Ich übernehme keinerlei Haftung für Ihre Anlageentscheidungen.

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Was ist der Steuerstundungseffekt?

Was ist der Steuerstundungseffekt und wie kann ich ihn für mich benutzen? Normalerweise zahlt man jedes Jahr auf seine Gewinne die Steuern, dadurch wird das Kapital reduziert. Die Idee bei der Steuerstundung ist es, dass man nicht jedes Jahr alle Gewinne realisiert und versteuert, sondern durch langfristiges halten der Aktien besser von den Zinseszinsen profitiert. Ich habe den Einfluss dieses Effektes durchgerechnet und überlegt wie ich das für meine Anlagestrategie anwenden kann.

Steuerstundungseffekt berechnen

Ich gehe zunächst von zwei einfachen Beispielen aus, um zu ermitteln wie groß der Effekt dieser Steuerstundung sein kann. Wir haben die folgenden beiden Personen:

Person 1:
Anlagesumme: 10.000€
Haltedauer: 30 Jahre
Zinssatz: 5,5 %
Steuern: 28 %
Gewinne werden jedes Jahr realisiert -> Steuern jährlich bezahlen
Person 2:
Anlagesumme: 10.000€
Haltedauer: 30 Jahre
Zinssatz: 5,5 %
Steuern: 28 % 
Gewinne werden am Ende für die gesamte Laufzeit realisiert -> Steuern nach 30 Jahren

Die Frage ist wie wird sich das Ganze entwickeln? Der erste Gedanke ist ja, dass es doch egal sein sollte, ob ich jährlich die Steuern bezahle oder erst am Ende. Wenn ich das ganze aber durchrechne, sieht man gleich wie groß der Unterschied hier ist. Im folgenden Diagramm siehst du die Entwicklung des investierten Kapitals für die beiden Beispiele im Vergleich:

Entwicklung Anlage mit und ohne Steuerstundung

Der Knick am Ende des Beispiel 2 sind natürlich die Steuern die dann bezahlt werden müssen. Dennoch kann das Kapital die 30 Jahre davor sich sehr schön entwickeln. Während im Beispiel 1 das Kapital jährlich um die Steuern verringert wird, werden die gezahlten Steuern von Beispiel 1 bei Beispiel 2 schön weiter verzinst. Am Ende sind daher nach Steuern 6.000€ mehr drin. Genaugenommen hat Person 2: 30.840,53 € und Person 2 hat 36.813,70 €.

Wie groß ist eigentlich dieser Vorteil nach n Jahren?

Im folgenden Diagramm ist schön zu sehen, das sich dieser Effekt nur langsam steigert. Währen man nach 15 Jahren ‚nur‘ ca. 5% mehr aus seinem Kapital geholt hat, sind es nach 30 Jahren schon ca. 19%.

Vorteil in % durch die Steuerstundung nach n Jahren

Wie kann ich diesen Effekt für mich nutzen?

Aktieninvestitionen haben diesen Effekt mit eingebaut. Denn die Gewinne aus Aktien setzen sich zusammen aus Kursgewinne und Dividenden. Die Dividenden muss man natürlich Jährlich versteuern. Bei den Kursgewinnen sieht das anders aus, denn diese muss man erst dann versteuern, sobald man seine Aktien verkauft. Die 5,5 % aus diesem Beispiel sind zufällig auch die zu erwartenden durchschnittlichen nicht um die Inflation bereinigten Kursgewinne langfristiger weltweit gestreuter Aktienanlagen. Dies hatte ich im folgenden Beitrag analysiert: http://finanzday.de/?p=65

Resümee

Je länger ich es hinaus zögern kann, meine Gewinne zu realisieren und zu versteuern, je besser kann sich mein investiertes Kapital entwickeln. Da ich die Kursgewinne auf Aktien erst beim Verkauf versteuern muss, ist dieser Steuerstundungseffekt für mich ein weiterer Punkt, meine weltweit gestreute ETFs so lange wie möglich zu halten.

Ich warne aber davor, wegen diesem Wissen nur noch Aktien die keine Dividende bezahlen zu kaufen. Denn dies bedeutet nicht automatisch, dass der Steuerstundungseffekt voll ausgenutzt wird. Z.B. Kann eine Firma die in schlechter wirtschaftlicher Lage ist keine Dividende auszahlen.

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Nach dieser Anlagedauer machst du immer Gewinn mit Aktien

Sind Aktieninvestitionen eher etwas kurzfristiges oder langfristiges? Wie lange musste ich denn in der Vergangenheit warten bis ich auf jeden Fall gewinn mit Aktien gemacht habe? All diese Fragen möchte ich in diesem Artikel beantworten. Dazu werde ich die historische Daten des MSCI World untersuchen. Diesen nehme ich, da man sehr einfach die Performance dieses Indexes mithilfe eines ETFs abbilden kann.

Lange Antwort

Ich nehme mir wieder die Schlusskurse jeweils zum Monatsende von Dezember 1969 bis Dezember 2018 des MSCI World Kursindex. Das sind 589 Werte. Meine erste Annahme ist, dass ich 1 Monat anlege. Daraus ergibt sich folgendes für den Kursindex:

  • Maximaler Verlust 19 % was eine Jährliche Rendite von -228 % sind. Autsch!
  • Maximaler Gewinn 14 % entspricht eine Jährliche Rendite von 171 %. Wow!

Die Streuung auf Monatsebene war mir einfach zu groß um hier weitere Berechnungen zu tätigen. Daher habe ich hier auch nicht weiter gemacht. Wer einen Monat in Aktien anlegen will kann alles bekommen, aber nichts planbares. Das ist reinste Spekulation. Man benötigt gutes Markttiming und viel viel Glück um hier gezielt Gewinne mitzunehmen.

Als nächstes habe ich mir die 1 Jährigen Performance angeschaut. Hierzu habe ich über den oben genannten Zeitraum 578 Werte berechnet. Diese bewegen sich in folgendem Bereich:

Anzahl der Werte 578
Maximaler Verlust -48,414%
Maximaler Gewinn 62,412%
Durchschnitt 8,144%

Schön aufgelistet nach Häufigkeit sieht das so aus:

Übersicht der Renditenverteilung nach eine Jahr auf den Kursindex

Wunderschön oder nicht? Sowas habe ich doch in der Schule schon mal gesehen. Daher habe ich auch eine Glockenkurve/Gaußkurve mit eingezeichnet. Nach einem Jahr tummeln sich die Meisten Werte um die 5% bis 15%. 166 Werte sind im Negativen und 412 mal im Plus.

Nach 10 Jahren ergibt sich folgendes Bild:

Anzahl der Werte 470
Maximaler Verlust -4,101%
Minimaler Verlust 16,571%
Durchschnitt 7,063%
Übersicht der Renditenverteilung nach 10 Jahren auf den Kursindex

Nach 10 Jahre Anlagedauer konnte man in der Vergangenheit so gut wie sicher sein, dass man im Plus landet. Nur 26 mal von 470 wäre man mit Verlusten heraus gekommen. Alleine die Chance zwischen 5% und 10% zu liegen ist mit 175 ca. 7 Mal so hoch. Hier eine Gesamtübersicht über alle Anlageperioden:

Gesamtübersicht der Rendite nach n Jahren auf den Kursindex

Je länger die Anlagedauer je kleiner wird die Streuung und je näher ist man bei den 7,5%. Zu Beachten ist, dass ich hier mir einem Kursindex gearbeitet habe. Dies Bedeutet dass die Gesamte Dividende nicht berücksichtigt wird. Und sich dadurch das Bild noch um 2% nach oben bzw. ins Plus verschiebt. Der Gesamtüberblick für den Net Index ist der Folgende:

Gesamtübersicht der Rendite nach n Jahren auf den Net-Index

Fazit

Je länger man investiert ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass man eine positive Rendite erzielt. Ab einer Anlagedauer von ca. 12 Jahren war man in der Vergangenheit immer im positiven Bereich. Das beinhaltet aber auch Konstellationen, bei denen mitten in der Finanzkriese verkauft aber auch auf dem hoch vor einer Krise gekauft wurde. Daher ist für mich, der Anlagezeitpunkt nicht so wichtig sondern eher, dass ich langfristig investiert sein muss um auch den dümmsten Einkauf zum Erfolg zu bringen. Wenn man langfristig investieren möchte und regelmäßig Nachkäufe tätige gewährleistet auch, dass man nicht nur zum ungünstigsten Zeitpunkt Aktien gekauft hat.

Keine Anlageberatung

Meine Texte stellen keine Anlageberatung dar. Ich schreibe hier nur über meine eigenen Ideen, Gedanken und Erfahrungen als Privatanleger. Ich möchte mit meinen Artikeln Denkanstöße liefern, damit sich jeder selbst mit der Thematik auseinandersetzt. Ich bemühe mich darum, dass ich die Fakten und Daten in meinen Artikeln bestmöglich zusammenstelle und die Quellen aufliste. Dennoch können die Informationen ganz oder teilweise falsch sein. Die meisten meiner Berechnungen basieren auf den Zahlen und Erfahrungen der Vergangenheit und repräsentieren keine zukünftigen Entwicklungen. Bitte Informieren Sie sich bestmöglich bezüglich Ihrer Investmententscheidung. Ich übernehme keinerlei Haftung für Ihre Anlageentscheidungen.

Kommentarregeln

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Wieviel kann ich mit Aktien verdienen?

Dies ist eine häufig gestellte Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Da ich mithilfe von weltweitgestreuten Aktien ETF in Aktienmarkt investiere, habe ich dieses Anlageverhalten genauer analysiert. In diesem Beitrag möchte ich erläutern welche Rendite eine langfristige Anlage mit Aktien zu erzielen ist. Da ich leider keine Glaskugel Zuhause habe, um in die Zukunft zu schauen, werde ich diese Analyse mit historischen Daten machen.

Aktienrendite analysiert

Ich investiere mein Geld langfristig in ein weltweit gestreutes Aktienportfolio (ETF) um kontinuierliche und ‚planbare‘ Erträge zu erzielen. Am besten eignet sich daher für meine Untersuchung ein Aktienindex auf die Industrieländer, da dieser in allen Industrieländer in die größten Aktienunternehmen investiert und ich hierfür sehr einfach an Daten für einen belastbaren Zeitraum komme. Die Daten dazu habe ich von msci.com. Der Verlauf des Indexes von 1969 bis Ende 2018 sieht wie folgt aus:

Verlauf des Kursindexes von 1969 bis 2018
Anmerkung: Es handelt sich hier um den Kursindex, Dividendenausschüttungen sind in diesem Index nicht enthalten. Der Index enthält ca. 1600 große und mittlere Aktien von 26 Industrieländer. Entwicklungsländer und kleine Aktien sind nicht enthalten. Angezeigt wird jeweils der Schlusskurs des Jahres. Begonnen wird bei 100 Punkte im Jahre 1969.

Jetzt habe ich hier die Daten von fast 50 Jahren und ich habe Excel. Damit kann man doch etwas anfangen. Von daher los geht’s: Hätte ich im Jahr 1969, 100€ in dieses Index investiert, dann sind das Ende 2018 ca. 1883,9 €. Das ist ein Wachstum von ca. 1784%! WOW!

Leider liegen da 49 Jahre dazwischen. Auf das Jahr heruntergerechnet sind das solide 6,17%. Das bedeutet, dass wir hier trotz des auf und ab im Schnitt über 6% je Jahr erzielen. Also die Antwort auf die einleitende Frage des Artikels ist 6% je Jahr. Fertig!

Ich höre schon den ein oder anderen sagen: Warte mal! Das ist doch der Kursindex. Also nur die reine Kursentwicklung. Ich weiß, dass sich der Gewinn von Aktien aus Kursgewinnen und Dividenden zusammensetzt.

Ok ok, ihr habt recht. Dividenden sind wichtig denn diese generieren einen Einkommensstrom. Nur wie rechne ich die Dividenden aus? Glücklicherweise gibt es neben dem Kursindex auch noch einen Net und Gross Index. Der Verlauf des Net Indexes sieht so aus:

Verlauf des Net-Indexes von 1969 bis 2018
Info:
Bitte was? Net und Gross Index, was ist denn das? Hier ganz kurz: Beim Net Index werden die Dividenden nach Abzug der Steuern (Quellsteuern) wieder in den Index reinvestiert. Beim Gross Index sind die Steuern nicht berücksichtigt. Da wir alle Steuern zahlen müssen, habe ich den Net Index genommen.

Eigentlich der gleiche Verlauf aber hier geht es von 100 Punkten im Jahr 1969 hoch auf 5412,12 Punkte Ende 2018. Was eine jährliche Rendite von ca. 8,5% entspricht.

So, jetzt habe ich aber alles berücksichtigt. Kurssteigerungen und Dividenden und sogar die anfallende Quellsteuer. Dies bedeutet, dass wir mit einer Langfristigen Rendite von 8,5 % rechen können.

Stopp! Höre ich euch wieder rufen. Will ich nicht eigentlich wissen wie stark meine Kaufkraft wächst? 8,5% hören sich gut an aber was bringt mir das wenn ich damit nach 50 Jahren nur noch die Hälfte kaufen kann?

Also die Inflation auch noch? Oh das wird schwierig. Jeder hat eine persönliche Inflationsrate gemessen an seinem persönlichen Warenkorb. Um aber auch diesem Einwand gerecht zu werden nehme ich die Inflationsrate die für Deutschland in diesem Zeitraum angegeben wird. Meine Quelle dafür ist folgende: de.statista.com/statistik/daten/studie/4917/umfrage/inflationsrate-in-deutschland-seit-1948/

Die Inflation entwickelt sich demnach so:

Entwicklung der Inflation in Deutschland von 1969 bis 2018

Als nächstes reduziere ich den Kurs- und Net Index jeweils um die Inflationsrate und erhalte folgendes:

Verlauf des inflationsbereinigten Kursindexes und Net-Indexes von 1969 bis 2018

Sehr gemein von der Inflation denn von den fast 1900 erreichten Punkten des Kursindexes bleiben nur 516,60 Punkte übrig. Beim Net Index sind es noch 1532,57 von den ca. 5500 Punkten. Dadurch ergibt sich folgende jährliche Rendite:

  • Kurs: 3,41%
  • Net: 5,73%
  • Differenz: 2,32% (Ausschüttungen)

Info:
Wenn ich den ganzen Zirkus mit dem Gross Index durchrechne, dann erhalte ich Rendite von 9,3% je Jahr ohne Inflation mit Berücksichtigung der Inflation sind wir bei 6,5%.

Fazit:

Bei der langfristigen Anlage in ein weltweit gestreutes Aktienportfolio kann man gut mit einer inflationsbereinigten Rendite von 5,5% rechnen. Diese setzt sich zusammen aus einem Kurswachstum von ca. 3,5% je Jahr und einer Dividendenausschüttung von ca. 2%.

Da ich hier einen Index der Industrieländer genommen habe, der auch keine kleinen Aktien enthält (Small Caps) und gerade die kleinen Aktien und die Schwellenländer wahrscheinlich ein größeres ‚Potenzial‘ haben, kann durch eine Beimischung dieser auch sicher eine höhere Rendite erreicht werden.

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